13. Februar 2014 2 Comments

Warum gibt es überhaupt kostenlose eBooks?

Ein eBook verfassen und es dann kostenlos verteilen? Wie kann das gehen? Wer kann davon leben? Warum gibt es so viele Bücher im Internet als Gratis-Download? Diese Fragen stellen sich viele Menschen immer wieder, weil man dieses Vorgehen vom klassischen Buchhandel nicht kennt. Die Fragen sind also völlig legitim. Es gibt dafür jedoch Gründe. Die acht häufigsten hat MyFreeBooks.de hier zusammengetragen:

Gemeinfreie Literatur

Bei den meisten kostenlosen eBooks im Internet handelt es sich wohl um gemeinfreie Werke. Diese Bücher unterliegen nicht mehr dem Urheberrecht, da der Verfasser bereits vor über 70 Jahren verstorben ist. Dazu zählen beispielsweise die Werke der großen Schriftsteller wie Goethe, Schiller, Kafka, Büchner oder Kleist. Viele Download-Portale haben sich genau auf diese Art von Gratis-eBooks spezialisiert.

Marketing mit eBooks

Sehr viele eBooks werden vom Verfasser zu Werbe- und PR-Zwecken kostenlos angeboten, um sich als Experte zu etablieren und/oder die eigenen Dienstleistungen anzubieten. Meistens handelt sich dabei um Ratgeberliteratur. Das muss keineswegs so schlecht sein, wie es sich im ersten Moment anhört. Viele Autoren vermitteln in ihren Gratis-Werken brauchbare Informationen auf eine angenehme Art und Weise. Allerdings gibt es auch eBooks, die nur so vor Werbung strotzen und die eher in die Abteilung „Reklame“ gehören. Hier gilt es also zu unterscheiden zwischen Autoren, die ihr Wissen in ansprechender Form – trotzdem natürlich nicht ohne Eigennutzen – weitergeben und jenen Schreiberlingen, die eBooks eher als moderne Plakatwand zweckentfremden.

Leser gewinnen

Vor allem in der Belletristik versuchen sich viele Jung- und Neuautoren. Die Möglichkeit, auch ohne Verlag ein eBook zu veröffentlichen (so genanntes Self-Publishing), heizt diesen Trend zusätzlich an. Um neue und treue Leser zu finden, verschenken diese Schriftsteller ihre Debütromane – oft als „Werbeaktion“ für eine begrenzte Zeit. Alternativ verfassen sie Kurzgeschichten, die dauerhaft gratis zu haben sind und die Leser ködern sollen. Der Gedanke dahinter: Wer an diesen Gratis-Veröffentlichungen gefallen findet, kauft ja vielleicht die kostenpflichtigen eBooks oder gedruckten Bücher dieses Autors. Dieser Methode bedienen sich etablierte Autoren sowie Verlage natürlich ebenfalls.

Werbeaktion zum Feiertag

Zu spezielle Anlässen (Weihnachten, Halloween, Valentinstag etc.) starten Verlage und Betreiber von eBooks-Shops oft Aktionen, mit denen sie passende Literatur für einige Tage kostenlos abgeben. Was wie ein Geschenk an mehr oder weniger treue Kunden und Leser aussieht, ist im Endeffekt natürlich auch eine Werbeaktion, mit der man sich ins Gespräch bringt.

Neue Kunden und Unterstützer finden

Firmen, Stiftungen, gemeinnützige Vereinigungen und Organisationen aller Art erstellen kostenlose eBooks, um auf ihre Angebote, Programme und Taten aufmerksam zu machen. Hier gilt wie bei Punkt 2: Man muss zwischen platter Werbung, die dem Leser leere Versprechungen macht, und durchaus brauchbaren Informationen unterscheiden. Meist erkennt man schon an der Aufmachung des Buchs den Unterschied.

Von Hobby-Autoren geschenkt

Ein weiterer Grund ist schlicht und ergreifend die Qualität eines eBooks: Manche Texte sind inhaltlich und sprachlich einfach zu schlecht, um sie verkaufen zu können. Die Autoren wissen das vielleicht sogar, möchten ihr Werk aber dennoch unter die Leute bringen. Sie versuchen dann eben auf eigene Faust, Leser zu finden und verteilen das eBook kostenlos über ihre Webseite, in Foren und dergleichen.

Ausdruck eigener Meinung

Einigen Autoren genügt als Lohn die Anerkennung und die Gewissheit, gelesen zu werden. Wiederum andere möchten mit Hilfe eines kostenlosen eBooks ihre Gedanken, Ansichten und Ideen verbreiten. Wie bei den meisten Veröffentlichungen sollte man auch mit diesen kritisch umgehen. Man muss nicht alles glauben oder für bare Münze nehmen, nur weil es in einem (elektronischen) Buch steht.

Raubkopierte Bücher

Einen weiteren Grund muss ich der Vollständigkeit halber leider ebenfalls nennen: Raubkopien. Hinweise, woran ihr illegale Download-Angebote erkennt, habe ich hier zusammengetragen. An dieser Stelle möchte ich nur sagen: Lasst die Finger davon. Es schadet den Verlagen und insbesondere den Autoren. Auch wenn deren Angebot und Vertriebsplattformen eventuell nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen, so sollte man die Energie und den Aufwand, die in einem eBook stecken, damit honorieren, das Werk über legale Wege zu beziehen.

Wichtig: Die oben genannten eBooks waren kostenlos erhältlich, als dieser Artikel veröffentlicht wurde. Ich gebe keine Garantie dafür, dass dies auch später noch der Fall ist. Bitte prüft vor dem Download immer, ob die eBooks tatsächlich gratis zu haben sind.


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Comments

  1. Anonymous says:

    … ich hätte mir gewünscht, dass ich nicht bei jedem Buch nach meiner Mail-Adresse, in einem Falle sogar nach meiner Tel.-Nummer gefragt werde. Man bekommt die eBooks nur wenn man die Angaben macht (Pflichtfelder) – schade eigentlich

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